Leider machen Schädlinge und Krankheiten auch vor Frangipanis keinen Halt.
Hier finden Sie die häufigsten Problemfälle:

Krankheiten

Black Tip Fungus

Dieser für Frangipanis oft tödliche schwarze Pilz befällt die Triebspitzen und frisst sich unbehandelt durch die ganze Pflanze.

Ursache: Standort zu kühl, dunkel und/oder feucht.

Behandlung: Rückschnitt betroffener Stellen, Fungizidbehandlung, Standortwechsel.

Sorten die dazu neigen: Plumeria obtusa

Virus

Ein Virus hat viele Gesichter und verändert sich im Laufe der Zeit. Übertragen wird er über den Pflanzensaft, häufig beim Veredeln von Plumerias. Das erste Bild zeigt eine mit einem Virus infizierte Veredelungsbasis, die seitlichen Neutriebe daraus zeigen die typischen Blattflecken. An Blüten wird er von Züchtern absichtlich provoziert, da er schöne gesprenkelte Farbkleckse auf sonst einfarbigen Blüten erzeugt.

Anthraknose

Diese Pilzart äußert sich durch rötlich bis schwarze Pünktchen auf den Blättern und entsteht durch Über-Kopf-Gießen.

Behandlung: Gießwasser auf den Blättern vermeiden, ggf. Fungizidbehandlung mit Kupferoxichlorid

Rost

Der Frangipani-Rost kommt in unseren Breitengraden zum Glück normalerweise nicht vor. Diese durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, gepaart mit hohen Temperaturen bedingte Pilzerkrankung, ist mit ihren leuchtorangenen Pünktchen auf der Blattunterseite ein leider häufiger Begleiter vieler Plumerien in den Tropen. Die Blattoberseite färbt sich zunehmend braun und führt anschließend zum Blattverlust. Häufig zu sehen im Spätsommer und Herbst.

Probleme

Verbrennungen

Auch in unseren Breitengraden kann sich unsere Exotin einen Sonnenbrand zuziehen. Meist sind die Blätter betroffen, aber auch der Stamm und Blütendolden können bei extremer Hitze, oder ohne Eingewöhnung an die Sonne, leiden. Verbrennungen am Stamm färben sich orange, werden aber selten weich. Sind die Spitzen betroffen trocknen diese oft aus und die Pflanze treibt neu aus. Betroffene Blätter können ohne schlechtes Gewissen entfernt werden. Da sich die höchsten Temperaturen knapp über der Erdoberfläche bilden, sollten empfindliche Sämlinge und wenig verholzte Pflanzen an der Basis durch z.B. mulchen oder einer Unterpflanzung geschützt werden.

Achtung: Das Besprühen der Krone sollte wegen erhöhter Verbrennungsgefahr der Blätter bei starker Sonneneinstrahlung vermieden werden.

Abfallen ungeöffneter Knospen

Fallen Blütenknospen vor dem Öffnen ab, kann das folgende Ursachen haben:

  • dunkler und/oder kühler Standort
  • Standortwechsel oder Umtopfen während der Blüte
  • Schädlinge
  • Wassermangel

Tipps: Während der Blüte verträgt die Frangipani die doppelte Menge der ursprünglichen Wassergaben, regelmäßiges düngen unterstützt die Pflanze bei dem Kraftakt der Blütenbildung

Schädlinge

Spinnmilben

Spinnmilben sind gerade in der Herbst- und Winterzeit der häufigste und lästigste Schädling an der Plumeria. Die nur 0,5 Millimeter großen spinnenartigen Blattsauger haben eine weiß-gräulich bis gelb-rötliche Farbe und hinterlassen kleine hellgrüne Flecken auf der Oberseite der Blätter. Bei massivem Befall spinnen sie feine Spinnennetze, bevorzugt an den Triebspitzen.

Ursache: trockene Heizungsluft

Behandlung: Duschen Sie Ihre Plumeria mit lauwarmen Wasser von oben und unten ab. Sichern Sie vorher den Topfballen mit einer gut verschlossenen Plastiktüte vor Nässe und herabfallenden Schädlingen. Wenn die Pflanze getrocknet ist, empfehlen wir zusätzlich die Behandlung mit einem speziellen Schädlingsspray für Spinnmilben aus der Pflanzenapotheke.

Breitmilbe / Weichhautmilbe

Die mikroskopisch kleine Breitmilbe ist selbst mit der Lupe schwer erkennbar, doch ihr Schadbild hat einen ganz typischen Charakter. Es äußert sich durch verformte Jungblätter, welche gräulich bis schwarz vernarbt sind. Die Blätter zeigen voll ausgebildet eine starke Wellenform entlang des Randes und können eine purpurne Färbung annehmen. Diese Milbenart liebt es im Gegensatz zu den Spinnmilben feucht-warm.

Behandlung: Dicofolhaltige Spritzmittel gegen Spinnmilben haben sich für diese Plagegeister bewährt.

 

Wollläuse / Schmierläuse

Dieser nahezu bewegungslose Sukkulenten-Schädling sitzt gerne in Blattachseln oder der Blattunterseite. Auch er gehört zu den saugenden Insekten und hinterlässt einen klebrigen Honigtau auf dem sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln.

Thripse

Das Schadbild der Thripse ist kaum zu unterscheiden von dem der Spinnmilben. Bei genauer Betrachtung sieht man zusätzlich zu den hellgrünen Flecken kleine schwarze Kotpünktchen auf der Blattoberseite, neue Blätter bilden unter deren Befall Deformierungen. Die länglichen, gelben Larven der Thripse flüchten auf Berührung des Blattes sehr schnell. Die erwachsenen Thripse erkennt man an schwarz-weiß gestreiften Flügeln.

Ursache: trockene Luft

Behandlung: Bei einem Thripsbefall genügt es die Pflanze für einige Tage an einen Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit zu stellen (z.B. ins Badezimmer oder im Sommer an die frische Luft). Auch ein regelmäßiges Besprühen der Krone mit einem Zerstäuber bietet sich bei hohen Temperaturen ohne massive Sonneneinstrahlung (Verbrennungsgefahr) an.

Weiße Fliege / Mottenschildlaus

Wie es der Name schon sagt, handelt es sich hierbei um etwa 2mm kleine weiße Fliegen, welche bei Berührung kurz auffliegen. Dieser aus Südamerika eingeschleppte saugende Schädling schlägt vor allem in Gewächshäusern und Wintergärten zu und spielt im Freiland keine Rolle.  Auch hier können sich auf den klebrigen Ausscheidungen Rußtaupilze bilden, dieser Zuckersaft kann auch Ameisen anziehen.

Behandlung: Einsatz von Schlupfwespen oder Pflanzenschutzmittel aus der Pflanzenapotheke z.B.: Neudosan NEU Blattlausfrei

Achtung: Die weiße Fliege kann in beheizten Gewächshäusern/Wintergärten überwintern!

Schwarze Blattlaus

Einer der wenigen Schädlinge die man vermehrt im Frühling mit bloßem Auge erkennen kann ist die Blattlaus. Hat sie sich auf den Triebspitzen der Frangipani eingenistet, führt dies zu wellig verformten jungen Blättern.

Besonderheiten

Flechten (Lichen)

Die zu den „niederen Pflanzen“ gehörende Symbiose aus Algen und Bakterien sind für Ihre Plumeria absolut ungefährlich, da sie nicht in das Innere der Pflanze eindringen. Viele finden sie peppen so einen langweilig anmutenden, grauen Stamm sogar sehr auf mit ihrem schönen Mosaikmuster. Mit einer Kunststoffbürste und etwas Wasser lassen sich diese Mitbewohner allerdings gut entfernen.

Wachstumsanomalien

Diese besonderen Formen des Wachstums kommen öfter vor und werden sogar von vielen Sammlern geschätzt und gerne herausgezüchtet. Sie können sowohl die Blüte, als auch das Laub und den Stamm betreffen. Die bekannteste Sorte mit extremer Stammverzweigung ist die Plumeria Cristata, Plumeria Great Wall oder die thailändische Variante Plumeria Khrae Kampheng.

Sontiges

Diese kleinen Auswüchse aus dem Stamm sind erfahrungsgemäß ungefährlich. Es gibt Sorten welche diese krustigen Pusteln generell immer ausbilden, andere neigen gar nicht dazu. Einzelheiten und Ursache sind uns leider nicht bekannt, dies kann wohl auch nur durch ein Labor sicher geklärt werden. Selbst namenhafte Züchter sind ratlos.

This Post Has 8 Comments

  1. Letzten Sommer hatte ich eine Futterstelle für Wespen auf meiner Terrasse eingerichtet (eine Std. bevor ich esse u. nicht direkt da). Da sie „ihre“ Futterstelle kannten, belästigten sie mich nicht, auch beim Genuss von Obstkuchen nicht. Dafür hielten sie mir die ganze Saison meine Pflanzen schädlingsfrei, auch meine sonst arg befallenen Engelstrompeten „säuberten“ sie. Ich habe eine Süd-Terrasse u. alle meine Pflanzen MUSSTEN gespritzt werden, bis letzten Sommer. Nun warte ich voller Ungeduld auf meine ca. 50 Sommer- Helfer-Truppe gegen Schädlinge. Ich verköstigte sie damals mit Zuckermelonen u. Rosinen.

    1. Tolle Idee! Danke für den Tipp! 🙂

  2. Hallo liebe Frangi Pani Liebhaber.Eone Frage; auf meiner Pflanze die neuen Blätter sind richtig verklebt mit einer weissen Kruste.Wie kann man dem Abhilfe schaffen. Auf eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Mit freundlichen Grüßen Birgit Marr

    1. Hallo liebe Birgit, die weiße Kruste könnte der Milchsaft der Pflanze sein, welcher bei Verletzungen austritt. Manchmal können auch saugende/beißende Insekten die Blätter so massiv schädigen, dass dies geschieht. Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen… Liebe Grüße, Sissi

  3. Hallo, habe 2 Frangipani plumeria welche einen verschrumpelten Stamm haben aber fest im Boden stehen. Kommen leider keine frischen Blätter. Stehen tagsüber in voller Sonne, gieße und dünge sie einmal in der Woche. Ist noch abzuwarten, ob sie wieder austreiben oder sind diese hinüber. Danke für die Antwort möchte sie gerne retten. Liebe Grüße Hannelore

    1. Hallo liebe Hannelore, das ist aus der Ferne leider schwer zu beurteilen. Wenn der Stamm bis auf das Schrumpeln in Ordnung ist, könnte das Problem an den Wurzeln liegen. Evtl. die Pflanzen mal ausgraben und kucken ob noch weiße, frische Wurzeln zu sehen sind. Ggf. kleiner topfen und vorsichtig gießen. Ansonsten einfach noch etwas abwarten und nur vorsichtig gießen. Liebe Grüße, Sissi

  4. Hallo, ich habe wiederholt Schildläuse an der Pflanze. Mit einer geringen Konzentration von einer Galseifelösung waren sie vorübergehend weg, leider wurden kurz darauf auch die Blätter abgeworfen. Der Neuaustrieb ließ nicht lange auf sich warten, jedoch waren nach ein paar Wochen auch die Läuse wieder da. Was kann ich tun?
    Viele Grüße
    Olaf

    1. Hallo lieber Olaf, bisher wurden wir zum Glück von dieser Spezies verschont. Wir hatten jedoch mal Wollläuse und haben diese immer manuell entfernt. Bei starkem Befall empfiehlt es sich alle Blätter am Stiel abzuschneiden und den Neuaustrieb gut zu beobachten. Hast du es schon Mal probiert ihnen mit einer Zahnbürste zu Leibe zu rücken? Alternativ würde ich dir empfehlen es mit einem Sud aus Brennnesseln zu probieren. Von ölhaltigen Präparaten (Neem, Paraffin) rate ich dir ab, das sorgte bisher immer zum Blattverlust.

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