Frangipani Stecklinge richtig bewurzeln

Frangipani Stecklinge richtig bewurzeln

Viele von uns kennen das: Man trifft im Urlaub auf einen wunderschönen Frangipani Baum und möchte sich gerne einen Ableger davon mit nach Hause nehmen. Hierbei muss gesagt werden, dass sich helle Sorten wesentlich leichter bewurzeln lassen als dunkelrote.

Seit einigen Jahren befassen wir uns intensiv mit vielerlei Arten der Bewurzelung aus allerlei Ländern und haben endlich eine Methode gefunden mit der wir heute 95% unserer Stecklinge erfolgreich bewurzeln – ganz ohne bedenklicher Hormone und Tropenklima!

Die richtige Wahl

Es ist wichtig folgende Kriterien bei der Auswahl des richtigen Zweiges für eine erfolgreiche Bewurzelung zu beachten.

der Zweig sollte:

  • eine Mindestlänge von etwa 30cm haben
  • eine gräuliche Verfärbung der Rinde aufweisen (keinesfalls grüne, frische Triebe wählen)
  • möglichst keine Blüten ausbilden

Schritt 1

Der leicht schräge Schnitt sollte mit einem sauberen, scharfen Messer oder einer Zange erfolgen. (Tipp: die Klinge vorher mit einem Feuerzeug sterilisieren).

[box type=“alert“]Vorsicht: Der dabei austretende weiße Milchsaft darf auf gar keinen Fall in die Augen (Erblindungsgefahr!) oder in Wunden gelangen.[/box]

Um einen unnötigen Energieaufwand der Pflanze zu vermeiden und die Konzentration auf die Bewurzelung zu lenken, sollte man alle Blätter knapp über der Achsel des Stecklings abschneiden. So schwer es fällt: Auch Blütendolden können zu einer Verzögerung des Prozesses führen. Zum Trocknen legt man seinen Steckling am besten für ca. 2 Tage an einen warmen, trockenen Ort – gerne auch in die Sonne.

Schritt 2 – Wachsversiegelung

Das nächste Ziel ist es eine Kallusbildung zu fördern. Dieser befindet sich bei den Frangipanis eine Schicht unter der Rinde und ist die Vorstufe zur Wurzelbildung.

Um die Schnittwunde vor Schadorganismen wie Schimmel zu schützen und zugleich einer Vertrocknung vorzubeugen, tauche ich die Schnittwunde in flüssiges Bienenwachs. Diese Methode beschleunigt die Wurzelbildung und erspart dem Steckling dadurch an seine Notreserven gehen zu müssen. Für diese Methode darf die Schnittstelle nicht zu alt und ausgetrocknet sein. In diesem Fall erneuern Sie den Schnitt und lassen ihn ca. 12 Stunden antrocknen.

Hierfür braucht man:

  • Bienenwachs, oder eine hochwertige, reine Bienenwachskerze
  • einen ausgedienten Esslöffel
  • Teelicht

Nun schmelzen Sie in dem Esslöffel einige Krümel des Bienenwachses bis es zu köcheln beginnt, nehmen den Esslöffel von der Flamme und dippen Ihren Steckling in das noch heiße Wachs, lassen es kurz antrocknen und wiederholen diesen Schritt bis zu 3 Mal, bis die Schnittwunde von allen Seiten luftdicht von Wachs umgeben ist.  Sollte aus der Wunde doch noch Milch austreten, müssen Sie nicht besorgt sein. Lassen Sie diese Wachsschicht gut antrocknen und wiederholen Sie es so lange bis keine Löcher mehr vorhanden sind. Danach platzieren Sie den Steckling an einem warmen Ort.

Schritt 3

War die Versiegelung erfolgreich, platzt das Wachs nach ca. 5-10 Tagen auf. Entfernt man vorsichtig das Wachs wird eine gelbliche Wulst sichtbar. Aus dieser Wulst sprießen später die Wurzeln. Nachdem Sie die Wachsreste weitestgehend entfernt haben, kommen wir zu unserem nächsten Schritt…

Schritt 4 – die Tütenbewurzelung

Benötigt wird:

  • kleine, stabile, durchsichtige Plastiktüten (z.B. Gefrierbeutel)
  • Gummiband/Isolierband/Tesa zum Verschließen
  • Substratgemisch aus 60% Kokoserde und 40% Perlit

Das Substrat darf nur leicht feucht sein, am besten vorher per Hand überschüssiges Wasser ausdrücken.

Nun befüllen Sie Ihre Tütchen je nach Größe mit etwa 3 handvoll Substrat. Dieses sollte den Schnitt von allen Seiten 2-3 cm dick umgeben und versiegeln das Päckchen möglichst luftdicht, am besten mit einem Gummiband zur besseren Kontrolle. Jetzt gilt: WÄRME, WÄRME, WÄRME! Es empfiehlt sich eine Pflanzen-Heizmatte, oder lehnen Sie das Tütchen an eine Heizung.

Nach einer Woche können sich dann schon die ersten Wurzeln durch die Tüte schlängeln. Sollte nichts passieren, können Sie das Tütchen vorsichtig öffnen und kontrollieren wie sich der Schnitt entwickelt hat. Solange der Stamm noch knackig und der Schnitt nicht schwarz und faulig erscheint, heißt es einfach noch Geduld bewahren. Erst wenn sich ein kräftiger Wurzelballen in der Tüte gebildet hat, geht es ans eintopfen.

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